Die Farbsymbolik Zunächst eine Auswahl vom Redensarten, in denen die symbolische Wirkung der Farben zum tragen kommt: - ins Blaue fahren
- sich schwarz ärgern
- Gelb vor Neid werden
- Rot sehen
- etwas durch eine rosarote Brille sehen
- eine weiße Weste tragen
- Gold in der Kehle haben
- einen Silberblick haben
- noch grün hinter den Ohren sein
- der graue Alltag
Wir können also unsere Gefühle und Empfindungen bestimmten Farben zuordnen. Farben können so verschiedene Gefühle auslösen, weil wir im Laufe unseres Lebens mit jeder Farbe spezifische Erfahrungen erlebt haben. An diese Erfahrungen erinnern wir uns, wenn wir eine Farbe wahrnehmen. Und wenn wir diese Erfahrungen so oft gemacht haben, dass sie verinnerlicht sind, lösen sie automatisch-unbewusste Reaktionen und Assoziationen aus (sog. psychologische Wirkungen). Vergleiche hierzu: Eva Heller, Wie Farben wirken, S.13) Man muss aber berücksichtigen, dass die psychologische und symbolische Wirkung einer Farbe stark abhängig ist vom jeweiligen Kontext, mit dem sie in Verbindung gebracht wird: Beim Anblick einer grünen Erdbeere etwa assoziiert man Grün mit Unreife. Anders beim Anblick der grünen Natur, grüner Wiesen und Wälder: Hier assoziiert man Grün mit positiver Bedeutung und denkt ans Frische, Gesunde und Erholsame. Auch die Kultur und die Tradition eines Landes beeinflussen die Farbwirkung: In Nordeuropa erleben wir Grün als eine alltägliche Farbe, die im Überfluss vorhanden ist. Grün ist weder Garantie für Wohlstand noch für ein besseres Leben. Bei einem Volk jedoch, dass in der Wüste lebt, symbolisiert Grün das Paradies und üppige Oasen. Auch die Sprache kann Aufschlüsse über die Farbwirkungen geben: Im sprachlichen Feld der Farbwörter der Eskimo-Sprache sind für die Farbe Weiß viele Namen vertreten. Für das Webdesign interessant ist die Tatsache, dass in verschiedenen Ländern unterschiedliche Assoziationen zu den Farben herrschen: "Nach Auffassung der heutigen Fachwissenschaft vermögen alle normalsichtigen Menschen den gleichen Bereich physikalisch meßbarer Strahlen als Farbempfindungen wahrzunehmen und auch die gleiche Vielzahl von Farbtönen zu unterscheiden. Dieses menschliche Farbsehvermögen hängt wesentlich ab von der Struktur unserer Sehorgane, des Auges und der mit ihm verbundenen Hirnzentren. Demnach könnte man erwarten, dass in allen Sprachen auch die gleiche Vielfalt von Farbwörtern ausgebildet wäre. Aber der Sprachvergleich zeigt, dass davon keine Rede sein kann. Das Farbband des Sonnenspektrums wird in den Sprachen nicht in gleicher Weise aufgegliedert. Anzahl und Geltung der zur Verfügung stehenden Farbwörter sind verschieden (wenn auch in den europäischen Sprachen ein weitgehender Ausgleich eingetreten sein mag)." Die Grammatik, Duden, S. 446 Mit der symbolischen Farbwirkung muss also mit Bedacht umgegangen werden. Eine gute Kenntnis dieser Symbolik bedeutet aber sicherlich eine Bereicherung der Darstellungsmöglichkeiten und ist damit ein zusätzliches Instrument im Webdesign. In manchen Publikationen ist zu lesen, dass man beim Einsatz von Farbsymbolik "größte Vorsicht" walten lassen soll. Manche Fachleute lehnen sie auch ganz ab, weil sie eben von Kultur, Religion und Kontext abhängt. Meist sind es Pauschalurteile und Unkenntnis, die zu solchen Schlüssen führen. Ich sehe keinen Grund, Farbsymbolik nicht einzusetzen. Wer hier Desinteresse zeigt, kommt vielleicht in die Situation, dass er Farben einsetzt, dessen symbolische Wirkung ihm gar nicht bewußt ist, und damit einen ungewollten Effekt verursacht. Das Wissen um die Farbsymbolik bedeutet nicht nur, Farben passend einzusetzen, sondern auch, unpassende Farben zu vermeiden. Natürlich muss beachtet werden, dass die hier beschriebenen Farbassoziationen nur für bestimmte Kulturen gelten: für den europäischen Raum und ähnliche Kulturen wie z.B. Nordamerika. Aber auch Menschen aus anderen Kulturen können vom Wissen um die Farbsymbolik profitieren: nämlich dann, wenn sie in den erwähnten Ländern etwas publizieren, z.B. übersetzte Webseiten veröffentlichen. Mit den Assoziationsdiagrammen kann leicht kontrolliert werden, ob die verwendeten Farben auch tatsächlich passend sind. Eine Webseite, die z.B. Assoziationen zu "lieblich", "zart" und "weich" erwecken möchte, wäre mit der Farbkombination Schwarz/Rot schlecht beraten, hier wären Weiß/Rosa-Kombinationen angebracht. Allgemeine Bestimmung der Assoziationen Blau Blau ist mit Abstand die beliebteste Farbe, sowohl bei Frauen als auch bei Männern. Sie wird mit vielen positiven Eigenschaften assoziiert: Sympathie, Harmonie, Freundlichkeit, Freundschaft. Blau ist die Farbe der Ferne, der Weite und der Unendlichkeit. Blau ist die Farbe des Vertrauens und der Verläßlichkeit. Blau ist still und entspannend, Grün eher ruhig und erholsam. Rot "Rot" ist die älteste Farbbezeichnung überhaupt. Sie ist die zweitbeliebteste Farbe mit gleichem Anteil bei Frauen und bei Männern. Rot kreist um die Assoziationsbereiche "Blut" und "Feuer". Blut: Leidenschaft (Liebe, Haß), Aufregung, Impulsivität, Wut/Zorn (bes. in der Kombination mit Schwarz), Sexualität, Erotik. Feuer: Hitze, Wärme. Rot ist eine sehr nahe und dynamische Farbe. Grün Die Farbe der Natur und des Lebens. Frühling, Hoffnung, beginnende Liebe. Beruhigende Mitte. Die herbe Frische: frisch, herb, sauer, bitter. Gesund, aber auch unreif. Schwarz Negative Gefühle: Trauer, Einsamkeit (allerdings nur in ganz bestimmten Kulturen, wie z.B. der Europäischen). Aber auch: Eleganz ohne Risiko. Modern, sachlich, eindeutig, funktional. Schwarz polarisiert: Bei vielen Menschen ist es sehr beliebt, bei vielen stößt es auf strikte Ablehnung. Rosa Zärtlich, zart, kindlich, süß, kitschig. Gelb Sonne, Licht, Wärme (schwächer als Rot), sauer. Weiß Vollkommen, ideal, gut, sachlich, klar, unschuldig, ehrlich. Violett Magie, Geheimnis, Dekadenz, Zweideutigkeit. Gold Edel, vornehm, prachtvoll. Eher warm. Silber Gediegen, edel. Nicht so verbraucht wie Gold. Eher kühl. (Brigitte Hallenberger und Hartmut Rudolf - http://www.metacolor.de/)
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